Erntebericht
2026
1 Erntesituation 2026
2 Weizen
2.1 Werte B-Qualität
2.2 Werte A-Qualität
2.3 Mehlanalytik im Vergleich zum Vorjahr
2.4 Verarbeitungsempfehlung Weizenmehle
3 Roggen
3.1 Werte
3.2 Verarbeitungsempfehlung Roggenmehle
1 Erntesituation 2026
Die Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2025 erfolgte unter günstigen Bedingungen. Die Getreidebestände gingen gut entwickelt in den Winter und größere Auswinterungsschäden blieben weitgehend aus. Es folgte ein sehr trockener und sonniger Frühling, während gute Böden lange von den Bodenwasservorräten profitieren konnten, litt Getreide auf leichten Standorten ab Juni vermehrt unter Trockenstress. Ab der zweiten Junihälfte traf eine ausgeprägte Hitzeperiode viele Regionen. Hohe Temperaturen und Trockenheit führten zu Notreife und kleineren Körnern (Schmachtkorn).
Laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) haben sich die Winter-Weizenerträge verringert, so liegen für Deutschland insgesamt die Erträge bei 72,7 Dezitonnen pro Hektar und somit 8,0 % unter dem Ertrag des Vorjahres. Die Erntemenge an Winterweizen liegt voraussichtlich bei 20,2 Millionen Tonnen, was im Vergleich zum ertragsreichen Vorjahr, eine Abnahme der Erntemenge um 10,4 Prozent bedeutet.
Der Hektarertrag beim Roggen verschlechterte sich um 2,0 Prozent gegenüber 2025 auf 55,2 Dezitonnen. Die Erntemenge fiel gegenüber dem Vorjahr mit 2,85 Millionen Tonnen um 6,1 Prozent geringer aus.
Für das von uns primär regional bezogene Getreide zeigen sich die Eigenschaften und Werte, welche folgend zusammengefasst sind.
2 Weizen
Die Rohproteingehalte fallen bei der B-Qualität mit ca. 11,8 Prozent, um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr aus. Die Klebergüte ist insgesamt als dehnbar und elastisch einzustufen, mit höher ausfallenden Kleberwerten und einem guten Gluten Index von durchschnittlich über 90. Im RMT (Rapid-Mix-Test) zeigt sich ein gutes Ausbundverhalten. Die Partien weisen eine geringere Enzymaktivität und somit höhere Fallzahlen auf. Die Zugabe von enzymatischen Backmitteln kann somit leicht erhöht werden.
2.1 Werte B-Qualität
| Ernte 2026 | Ernte 2025 | |
|---|---|---|
| Protein | niedriger Ø 11,8 % i.Tr. | Ø 12,2 % i.Tr. |
| Feuchtkleber | höher 25,3 % | Ø 24 % |
| Fallzahl | höher Ø 305 sec. | Ø 305 sec. |
2.2 Werte A-Qualität
| Ernte 2026 | Ernte 2025 | |
|---|---|---|
| Protein | etwas niedriger Ø 13,1 % i.Tr.28,9 % | Ø 13,4 % i.Tr. |
| Feuchtkleber | höher Ø 30,2 % | Ø 28,9 % |
| Fallzahl | höher Ø 350 sec. | Ø 315 sec. |
2.3 Mehlanalytik im Vergleich zum Vorjahr
Die Wasseraufnahme zeigt ein vergleichbares bis leicht geringeres Niveau als im letzten Jahr, bei guten und trockenen Teigeigenschaften.
Bei niedrigeren Proteinwerten fallen jedoch die Kleberwerte höher aus und weisen einen dehnbaren und elastischen Kleber auf. Die Fallzahlen liegen mit ca. 30-40 Sekunden über dem Mittel des Vorjahres.
2.4 Verarbeitungsempfehlung Weizenmehle:
· Teigausbeute beibehalten bis leicht reduzieren
· Knetung beibehalten
Die Teige können, wie gewohnt, langsam geknetet und anschließend schnell geknetet werden. Empfehlung ist ca. 1/3 zu 2/3 und eine Dehnprobe des Teiges.
· Teigtemperaturen
Teigtemperaturen von 23°C – 25°C sind empfehlenswert kann aber auch wärmer gefahren werden
· Teige etwas länger ruhen lassen
Die Enzymaktivität liegt im Vergleich zur letztjährigen Roggenernte auf einem geringeren Niveau. Die Fallzahlen liegen über dem Mittel des Vorjahres. Die Wasseraufnahme fällt zum Vorjahr leicht geringer aus.
3.1 Werte
| Ernte 2026 | Ernte 2025 | |
|---|---|---|
| Fallzahl | 215 -360 sec. | 200 -300 sec. |
| Amylogramm | 750 - 1300 AE | 650 - 1200 AE |
| Temperatur | 68,0 - 73,5 | 66 - 71,5 |
3.2 Verarbeitungsempfehlung Roggenmehle:
• Dunklere Roggenmehltypen möglich
• Teigausbeuten beibehalten bis leicht reduzieren
• Teigruhezeiten leicht verlängern
• Teigtemperaturen beibehalten bis leicht erhöhen
Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen unter der Tel. – Nr. 05308 /9300 -0 jederzeit zur Verfügung.
Weiterhin viel Erfolg wünscht Ihnen Ihre Flechtorfer Mühle!
